„Wir nannten es Winter“

(Jena, 12.2.2018) „Was war noch gleich ein Festnetztelefon? – ein Ding mit Strippe, das es in lindgrün oder beige gab, teilweise verschönert durch Omas Häckel-Ummantelung.“ Heute, in einer Zeit rasanter Digitalisierung, erscheint es unvorstellbar, dass diese Erklärung vor 25 Jahren niemand benötigt hätte. Ist es wirklich eine Katastrophe, wenn draußen die Straßen verschneit sind oder schlichtweg „Winter“? Wolfgang Bosbach amüsiert seine Zuhörer, als er eigene Erinnerungen und Flashbacks jüngere Geschichte von Politik, Wirtschaft und Alltagsleben nutzt um sie mit gegenwärtigen Entwicklungen zu kontrastieren. Doch am gestrigen Abend geht es dem ehemaligen Vorsitzenden des Innenausschusses des Deutschen Bundestages um mehr als Unterhaltung. Als Ehrengast des CDU Neujahrsempfang in Jena spart er die kritischen Themen der aktuellen Politik, national wie international nicht aus. Er zeigt klare Kannte und fordert dies auch von den aktuellen Entscheidungsträgern. Er sei nicht unbequem, sondern lösungsorientiert. Bosbach positioniert sich mit tiefem Einblick in die Politik der vergangenen 40 Jahre zu einem geeinten und starken Europa und gleichzeitig zu einem handlungsfähigen und mutigeren Deutschland. Mut habe auch immer zu Jena gehört und die Kraft, Entwicklungen aufzugreifen und sich an deren Spitze zu stellen. Ein bisschen Stolz auf Erreichtes schade daher bei aller Kritikfreudigkeit der deutschen Mentalität nicht, so Bosbach. Der Rheinländer freute sich daher, dass das überreichte Jena Buch des Schützeverlages die Aspekte einer erfolgreichen Geschichte und einer innovativen Zukunft Jenas verbindet. „Er komme mit Sicherheit wieder und sei dann noch besser informiert“, scherzte Bosbach beim Gespräch mit der Autorin.

Foto: Fotoservice Friedel